Hambacher Disput

Veranstaltung 

Titel:
Volksparteien - Gewerkschaften - Kirchen
Wann:
20.08.2011 10.00 Uhr - 14.00 Uhr
Kategorie:
Hambacher Disput

Beschreibung

Samstag, 20. August 2011
10:OO - 14:00 Uhr

 

30. Hambacher Disput 2011

lpb

Volksparteien - Gewerkschaften - Kirchen

Die Krise der gesellschaftlichen Großorganisationen und die Demokratie: Das Ende der "Dinosaurier" - Verlust oder neue Freiheit?

Mit dem Übergang von der "Bonner Republik" zur "Berliner Republik" mit der Globalisierung und der Beschleunigung des Wertewandels hin zur Individualisierung und Säkularisierung haben sich die politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen demokratischen Regierens und Entscheidens entscheidend verändert.

Die Volksparteien, die großen christlichen Kirchen und die Gewerkschaftsbewegung - also wesentliche gesellschaftliche Großorganisationen, oft verschien als "Dinosaurier" aus der untergegangenen Zeit der "Bonner Republik" und des korporatistischen "rheinischen Kapitalismus" - befinden sich, was ihre Organisationsmacht und ihren Einfluss auf die politische und gesellschaftliche Kultur in Deutschland anbelangt, in einer unübersehbaren Krise:

- Das Drei-Parteiensystem ist mittlerweile zu einem Fünf-Parteiensystem geworden und die beiden - ehemals - großen "Volksparteien" dümpeln bei stark rückläufigen Mitgliederzahlen in Wahlen und Umfragen irgendwo um die 30 Prozent und darunter.

- Gehörten Mitter der 1950er Jahre noch 96 Prozent der Bevölkerung den beiden großen christlichen Kirchen an, sind es jetzt im vereingten Deutschland nur noch rd. 60 Prozent. Zwischen 1991 und 2008 traten 6 Millionen Menschen aus den beiden großen Krichen aus. Nur vier Prozent der Protestanten und 10-20 Prozent der Katholiken (ein Rückgang von bis zu 40 Prozentpunkten seit 1960) besuchen noch einigermaßen regelmäßig einen Gottesdienst.

- Die Zahl der Mitglieder der DGB-Gewerkschaften hat sich von 11 Millionen (1991) auf 6,2 Millionen (2010) beinahe halbiert und allerorten machen sich erfolgreich Spezialgewerkschaften für durchsetzungsstarke Berufsgruppen bereit.

In unserem 30. Hambacher Disput fragen wir deshalb z.B.: Was bedeuten diese Entwicklungen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt, für die Legitimität und die inhaltliche Ausrichtung politischer Entscheidungen? Wohin werden sich diese politischen und gesellschaftlichen Großorganisationen entwickeln? Welche Rolle spielen sie heute noch im politischen Prozess? Braucht die Demokratie sie in einer individualisierten, ausdifferenzierten und säkularisierten Gesellschaft eigentlich noch?

 

Programm zum 30. Hambacher Disput (PDF)

 

Die Referenten:

Prof. Dr. Michael Ruck

1994/95 Habilitation für Politische Wissenschaft und Zeitgeschichte an der Universität Mannhein; 1995-2001 Hochschuldozent an der Fakultät für Sozialwissenschaften der Universität Mannheim; 2001-2006 Direktior am Institut für Geschichte und ihre Didaktik der Universität Flensburg sowie am Institut für schleswig-holsteinische Zeit- und Regionalgeschichte an der Universität Flensburg in Schleswig; seit 2006 Direktor am Institut für Politik und Wirtschaft und ihre Didaktik - Politikwissenschaft - der Universtiät Flensburg.

Prof. Dr. Thomas König

1997 Habilitation im Fach Politische Wissenschaft an der Universität Mannheim mit der Habilitationsschrift "Koordination, Kooperation und die Wahrung staatlicher Handlungsfreiheit"; 1997-2003 Professur für Politische Wissenschaft an der Universität Konstanz; 2003-2007 Professur für Politikwissenschaft an der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaft Speyer; seit 2007 Inhaber des Lehrstuhls für Politische Wissenschaft II an der Universität Mannheim und dort seit 2010 Sprecher des DFG-Sonderforschungsbereichs (SFB) 884 "The Political Economy of Reforms".

Prof. Dr. Oskar Niedermayer

1988 Habilitation im Fach Politische Wissenschaft an der Universität Mannheim; Okt. 1988 - März 1993 Hochschuldozent für Politische Wissenschaft an der Fakultät für Sozialwissenschaften der Universität Mannheim; seit April 1993 Professor für Politische Wissenschaft/Arbeitsstelle Empirische Politische Soziologie/Leiter des Otto-Stammer-Zentrums an der Freien Universität Berlin; Sprecher des Arbeitskreises Parteienforschung im Rahmen der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft.

Prof. em. Dr. Dr. Dr. h.c. Karl Gabriel

1977 Promotion in Soziologie Universität Bielefeld; 1992 Habilitation in Theologie Universität Würzburg; 1980-1998 Professor für Soziologie, Pastoralsoziologie und Caritaswissenschaft an der Katholischen Fachhochschule Norddeutschland Osnabrück/Vechta; seit 1998 Professor und Direktor des Instituts für Christliche Sozialwissenschaften an der Katholisch-Theologischen Faktultät der Westfälischen Wilhelms-Universtiät Münster; Mit-Hauptantragsteller des Exzellenzclusters "Religion und Politik in den Kulturen der Vormorderne und Moderne" an der Universität Münster.

Dr. Oliver Nachtwey

2008-2010 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Soziologie der Universität Jena; 2009/2010 Vertretungsprofessur (Prof. Dr. Franz Walter) am Seminar für Politikwissenschaft Georg-August-Universität Göttingen 3/2010; seit 2010 wiss. Mitarbeiter am Institut für Soziologie der Universität Trier, Forschungsschwerpunkt: Gewerkschaften und Parteien.

 

Veranstalter: Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz
Am Kronberger Hof 6, 55116 Mainz
Telefon: 0 61 31 / 16-2984 oder -2971 oder -2972 oder -2973

Zuständig: Dr. Dieter Schiffmann


Anmeldung: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

www.politische-bildung-rlp.de